Schule fürs Leben


Es gint 500.000 Vereine für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Doch welcher ist der richtige?

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Laut Robert Koch-Institut verbringt ein Grundschüler pro Tag durchschnittlich neun Stunden im Liegen, neun Stunden im Sitzen, fünf Stunden im Stehen und nur eine Stunde in Bewegung. Warum? 80 Prozent der Deutschen leben in Städten, wo Anreize für Bewegung oft fehlen. Und in der Freizeit greifen die Kinder vermehrt zur Fernbedienung oder zum Joystick. Oft mit schwerwiegenden Folgen – Übergewicht ist nur eine davon. Häufig führt der Bewegungsmangel nämlich zu Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule.

Mehr als Sport
Für regelmäßige Bewegung ist Vereinssport ideal. Vereine fördern aber auch den Teamgeist, stärken das Selbstbewusstsein und die solziale Kompetenz. Besonders bei Einzelkindern. „In einem guten Sportverein lernt man, Regeln einzuhalten, Konflikte zu bewältigen, Verantwortung zu übernehmen und die Frustrationstoleranz zu steigern“, erklärt die Sportwissenschaftlerin Dr. Monika Siegrist. „Außerdem haben Kinder Erfolgserlebnisse.“ Denn: Wer ein guter Verlierer oder ein fairer Gewinner ist, lernt fürs Leben. In einem Verein kann man auch leichter Freunde finden, die ähnliche Interessen haben. Und hat eine starke Stütze in Krisen, zum Beispiel, wenn Mama und Papa sich trennen. „In schwierigen Zeiten ist der Verien eine wichtige soziale Konstante außerhalb des Elternhauses“, so der Sportwissenschaftler Professor Erin Gerlch von der Universität Potsdam.

Der richtige Zeitpunkt
Laut Sportmedizienern und Kinderärzten ist das richtige Eintrittsalter für einen Verien das siebte bis achte Lebensjahr. Davor sollten Kinder einfach nur frei spielen und keinen Zwängen unterstehen. Wettkämpfe sollten erst ab zehn Jahren ernsthaft betrieben werden. Welcher Verein es werden soll, hängt vor allem vom Naturell Ihres Kindes ab: Wenn es nämlich ständig gegen die eigene Begabung ankämpfen muss, verliert es schnell die Lust. Übrigens: Falls Ihr Sprössling zu den Sportmuffeln zählt, hat er oder sie vielleicht mehr Freude an Gehirntraining oder kreativen Bereichen, wie Musik, Kunst oder Theater. Werden allerdings die Verpflichtungen zu groß oder der Wettbewerb zu erdrückend, sollte Ihr Kind immer eine Schlusstrich ziehen dürfen. Denn: Erlaubt ist nur, was Spaß macht.

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